Die 31. Mitgliederversammlung der AGD in Wiesbaden
Harte Fakten
Wussten Sie, dass die deutsche Designbranche in 2005 13 Milliarden Euro Umsatz machte? Dass es zu diesem Zeitpunkt etwa 13.000 freiberufliche Designer und Designfirmen in Deutschland gab? Und dass im Jahr 2002 die Creative Industries – dazu gehören auch alle Designerinnen und Designer – in Europa circa 556 Milliarden Euro Umsatz machten? Zum Vergleich: Europas chemische Industrie kam 2002 auf 601 Milliarden Euro, die europäischen Energieversorger auf 534 Milliarden. Am Vormittag vor der AGD Mitgliederversammlung in Wiesbaden, der Bundeshauptstadt der Statistik, machte Michael Söndermann in seinem Referat deutlich: Design ist eine der am stärksten wachsenden Wirtschaftsbranchen und damit eine der Leitbranchen in Europa. Michael Söndermann ist der deutsche Fachmann auf dem Gebiet der Kulturstatistik; er ist Vorsitzender des Arbeitskreises Kulturstatistik sowie Vorstandsmitglied des UNESCO Instituts for Statistics. Seine vielleicht wichtigste Botschaft war, dass es Dank dem Engagement unter anderem der AGD ab nächstem Jahr möglich wird, den Designbereich statistisch besser zu erfassen. Konnte zum Beispiel ein Finanzbeamte bisher bei der Umsatzsteuerstatistik mehr oder weniger frei wählen, ob Designer eher zu Feuerschluckern, zur Werbeagentur oder gar zu Sonstiges gehören, gibt es ab 2008 eine klare Zuordnung. In der Folge wird die wirtschaftliche Bedeutung des Designsektors erstmals auf harten Fakten basieren und nicht mehr auf Schätzungen angewiesen sein.
Harte Fakten präsentierten am Nachmittag auch der AGD Vorstand, Ansgar Müller von der Steuerkanzlei Ecovis Grieger Mallison sowie die Kassenprüfer Angela Kühne und Bernhard Steuber. Nicht nur wurden Kasse und Konten für 2006 gut geführt und der Vorstand nach Berichten und Aussprache entlastet. Auch verabschiedeten die Mitglieder den vom Vorstand empfohlenen Haushaltsentwurf für 2007: 818.000 Euro sollen 2007 für Geschäftsstelle, Publikationen, Rechts- und Steuerberatung, Vorträge und Workshops und vieles weitere ausgegeben werden. In gleicher Höhe bewegen sich die realistisch veranschlagten Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen, Verkauf von AGD Publikationen und Sponsorengeldern.
Schon nach Sonnenuntergang stimmten die Mitglieder für vier Satzungsänderungen: Sitz der AGD ist nun auch offiziell Braunschweig. Wer vom Vorstand aus der AGD ausgeschlossen wird, kann Berufung einlegen und auf der folgenden regulären Mitgliederversammlung gehört werden. Des Weiteren können Satzungsänderungen nicht schriftlich erfolgen und sollte sich die AGD wider Erwarten einmal auflösen müssen, bestimmen die Mitglieder, was mit dem eventuellen Restvermögen des Verbandes geschehen soll.
Zum Abschluss der Mitgliederversammlung rückte unter "Verschiedenes" die relaunchte und neu benannte Zeitschrift der AGD, das "Viertel", in den Mittelpunkt des Interesses: Schriftgrößen, Typographie, Namensgebung – die Debatte erhitzte sich schnell. Und da sie ergebnissoffen ausklang und unter anderem im Restaurant "Käfer" beim "Hessischen Buffet" in Einzelgesprächen weitergeführt wurde, steht seit dem 31. März im Mitgliederbereich ein eigener Diskussionsthread zur inhaltlichen und grafischen Gestaltung des einViertels (Thema "Design in Gesellschaft") zur Verfügung. bb
Für Mitglieder:
Alle Fotos: Hans-Jürgen Herrmann































