agd|viertel
vier|viertel – Erotik und Design
Leseprobe
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vier_viertel_2009_Leseprobe.pdf Seiten 10-11. Erotisches Kopfkino von Roman Thomas AGD |
213 K |
Editorial

- Boris Buchholz, Redakteur
Designer wollen es
Wenn die Redaktion in Form von Umfragen um die Meinungen und Anregungen der Kolleginnen und Kollegen bittet, ist die Resonanz in der Regel selten so üppig wie gewünscht. Als wir im Frühjahr ankündigten, dass die vierte Ausgabe in diesem Jahr „Erotik und Design“ behandeln würde, erreichten uns fast sofort die ersten Vorschläge, Arbeitsproben und Angebote. Bis zur AGD Jahrestagung in Mühlhausen Ende September zog sich die Spur des Interesses – da stand allerdings die Heftstruktur schon fest. So viel Kollegen-Aktion hatten wir noch nie. Wir bedanken uns sehr!
Und wir haben verstanden: Bei Sinn und Sinnlichkeit, Erotik und Sexualität, Bettlaken und Swinger-Club schlagen die Designerherzen höher. Sie wollen es wissen! Sie wollen erfahren, warum Schwule die erfolgreicheren Modedesigner sind, wer Vibratoren designt und welche erotischen Arbeitsbereiche Ihnen offen stehen, wenn Sie einmal von Ihren gewohnten Designaufträgen genug haben. Antworten finden Sie in dieser Ausgabe.
Dabei war es nicht einfach, die Antworten (und Fragen) zusammenzutragen. Beispielsweise baten wir eine Kollegin, für uns sechs Erotik-Magazine typografisch zu analysieren. Erst verscholl das Paket aus Berlin, dann kam es mit tagelanger Verzögerung doch im Hamburger Atelier an – in neuer Verpackung, in durchsichtige Folie eingeschweißt. Auf dem Rückweg geschah das Gleiche: Das Päckchen wurde an die Redaktion versandt, um drei Tage später – geöffnet und neu verpackt – wieder bei der Absenderin angeliefert zu werden. Angeblich, weil das Porto nicht ausgereicht hätte. Neuer Versuch, das selbe Ergebnis: Das Päckchen kam nach Hamburg zurück, angeblich sei der Berliner Adressat unbekannt. Es ist sieben Tage nach Redaktionsschluss, und der Redaktionsbriefkasten bleibt leer.
Die Vermutung drängt sich auf, dass nicht nur Designer, sondern auch Mitarbeiter der Post es wissen wollen. Hoffentlich geben die Postler bei der Mittagspause ihre erotischen Erkenntnisse großzügig weiter – ansonsten könnte der Postweg lange dauern. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben 500000 Mitarbeiter weltweit ...
Allerdings bestätigt das Post-Abenteuer einen Gedanken, der im Werbe-Mainstream in Sachen Erotik noch nicht angekommen zu sein scheint: Der Psychologe Josef Klausnitzer wünscht sich eine Wiederentdeckung der „Entblätterung“; der Fotograf Roman Thomas will nicht alles fertig und aus-gereizt vorgesetzt bekommen. Das erotische Kopfkino entstehe durch das Ungewisse, auch durch das Unausgepackte. Anders gesagt: Etwas verhüllter ist im Zweifelsfall erotischer als Quadratmeter nackter Haut. Oder für die Post: Hätte ich das Erotik-Päckchen gleich unerotisch in durchsichtiger Plastikfolie versandt, hätte der Beitrag pünktlich fertig werden können.
Viel Freude und viele Anregungen beim Lesen wünscht
Boris Buchholz
Inhalt
Intro
- Seite 04
Vorsicht: Gehirnverflachung
Der Psychotherapeut Josef Klausnitzer erklärt, warum Erotik im Design kein Selbstläufer ist
Vorfreude
- Seite 06
Offen erotisch und heimlich voller Lust
Eine kleine Geschichte der erotischen Darstellung in der Kunst von Florian Heine - Seite 08
Es ist: Kreisch!
Ein Interview zum Thema schwule Ästhetik - Seite 10
Erotisches Kopfkino
Roman Thomas AGD macht Fotos für die Fantasie
Freudenspender
- Seite 12
love yourself! - denn nur wer sich selbst liebt, kann Liebe geben*
Die Fun Factory ist Europas größter Hersteller von Silikontoys
- Seite 14
Applaus für die Starsolisten
röner design verkauft Spannbetttücher mit der sinnlichen Symbolik des Balletts
- Seite 16
Klug, weiblich, sexy: das Erotikportal Frauenfreude
Nach 20 Jahren als Grafik-Designerin gründete Margit Sprünker ein Erotikportal für Frauen
Pionier-Arbeit Pink Lemon: mindestens 50% Frauen
Schon 1996 machte Kai Twelbeck AGD einen ästhetisch anspruchsvollen Sexshop zum Thema seiner Diplomarbeit - Seite 18
Designte Venus
Auf der Suche nach Design und Erotik auf der Erotikmesse unter dem Berliner Funkturm - Seite 20
"Schamhaare sind was für Nostalgiker"
Wie wird Erotik und Sex im Editorial Design umgesetzt? Wir baten Friederike Niemeyer AGD, sechs Erotik-Hefte aus Design-und Frauensicht kritisch unter die Lupe zu nehmen
Macht Freude
- Seite 23
"Hurra – wir machen unser Hobby zum Geschäft"
Thomas Fels AGD verhilft einem Swingerclub zu professionellem Kommunikationsdesign
- Seite 24
Latex ist überall
Designarbeiten rund um die Themen Fetisch, Dominanz und Unterwerfung - Seite 26
"Das ist keine Provokation, es ist: genau getroffen"
Ottmar Schnee AGD entwirft erotische Kinoplakate – aber nicht zum Selbstzweck - Seite 27
Erotische Kostproben
Alle Kunst ist erotisch. Alles Design auch? Hans Werner Spieß AGD zur Erotik im Industriedesign
Enthüllungen – waschbar bei 30 Grad. Entblößungen auf Stoffen von Tonia Wiatrowski AGD
Orchideen auf eine ganz eigene Art. Die Blumebilder von Christine-Elisabeth Bartl AGD wirken nachweislich erotisierend
Nackter Perfektionismus. Oliver R. Seikel AGD entwirft für seine Aktaufnahmen auch die Rahmen selbst - Seite 29
EDTI: Für das Leben lernen wir – ein Leben lang
Ein Einblick von Sybs Bauer
Der Morgen danach
- Seite 30
"Für die Frauen, die ich fotografiere, bin ich wie eine Freundin"
Irina Höft AGD zeigt in ihren Akten sinnliche Schwangere
Designers Praxis
- Seite 32
Liebe ist die Essenz unseres Lebens
Der Bildband "Love Design"
Liebeserklärung an die gebrochene Schrift
Das Kompendium "Fraktur mon amour"
AGD intern
- Seite 34
Voll, gut: Designer in Mühlhausen
Immer ausgezeichneter: VIDA Paper Design Award 2009
Zum Mitnachen: Ruhrpost für den Ruhrpott
- Seite 35
Willkommen in der AGD
Online-Special Recht
In seinem Urteil vom 16.9.1999 lehnte das Patentamt Musterschutz für die Penis-Trillerpfeife ab. Begründung: der angemeldete Gegenstand "ist unanständig".











