Ausbildung
Sechs Wünsche der AGD zur Verbesserung der Ausbildung von Designern und zukünftigen Auftraggebern
Die Ausbildung von Designern könnte besser werden. Die AGD wünscht sich eine Ausbildung in Universitäten, Hochschulen und Betrieben, die besser auf die unternehmerische Selbständigkeit vorbereitet und mehr auf die Praxis ausgerichtet ist. Die Rechte von Designern sollten stärker vermittelt werden, Schwerpunkte wie „Nachhaltiges Design“ und „Design für Alle“ sollten Teil einer modernen Design-Ausbildung sein. Die Allianz deutscher Designer hat sechs Wünsche rund um die Ausbildung formuliert – Vision: Designer-Zukunft.
- Universitäten und Fachhochschulen sollten die Studierenden besser auf die unternehmerische Selbständigkeit vorbereiten.
Die Allianz deutscher Designer stellt in ihrer Beratungspraxis immer wieder fest: Was es mit Umsatzsteuersätzen, der Abgrenzung zwischen künstlerischen und gewerblichen Tätigkeiten sowie der Künstlersozialkasse auf sich hat, wissen viele alte und junge Design-Neulinge nicht. Schlimmer noch: Bei der Frage, was denn eigentlich ihre Arbeit wert und wie hoch ihre Eigenkosten seien, müssen viele Absolventen passen – in der Folge arbeiten sie nicht kostendeckend, müssen lange Arbeitszeiten in Kauf nehmen und im schlechtesten Fall ihre Selbständigkeit aufgeben. Ebenso häufig besteht große Unwissenheit in Bezug auf die soziale Versorgung und die Alterssicherung von Designern.
- Designerinnen und Designer sollten – gerade in den Hochschulen – praxisnäher ausgebildet werden.
„Das hatten wir nicht“, ist eine oft gehörte Aussage nach der Ausbildung. Tatsache ist: Praxiserfahrungen kann man nur in der Praxis erwerben. Aber dass teilweise handwerkliche Grundlagen nicht vermittelt werden, ist ein großes Manko.
- Designer sollten in der Ausbildung auf ihre Rechte hingewiesen werden: Das Wissen um das Urheber- und das Wettbewerbsrecht ist für Designer fundamental.
In Zeiten des Crowd-Sourcing und der vielen urheberrechtlich-faulen Wettbewerbe und Ausschreibungen müssen die Urheber genau wissen, was für Rechte sie haben und wo die rechtliche Gürtellinie verläuft. Design ist laut derzeitiger Gesetzeslage nicht per se urheberrechtlich geschützt – wir brauchen deshalb starke Designer, die selbstbewusst für Ihre Rechte einstehen und für die Begriffe wie „Allgemeine Vertragsgrundlagen“ und „Geschmacksmuster“ keine Fremdworte sind. Denn sonst wird aus dem Wunsch, vom hauptberuflich ausgeübten Designberuf leben zu können, leider nichts.
- Wer heute eine Ausbildung als Designer oder Mediengestalter abschließt, muss zukunftsfähig sein: „Design für Alle“ und „Nachhaltiges Design“ sollten Themen in der Ausbildung sein.
Experten sehen drei große Umwälzungen auf unsere Gesellschaft zukommen: den demographischen Wandel, die Klimaveränderungen und die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich. Diesen Herausforderungen müssen sich junge Designerinnen und Designer stellen. Wer Design ausschließlich mit einer Schriftgröße von 8 Punkt betreibt, den Umweltengel und FSC nicht kennt sowie vom Medienverhalten von Migranten in der dritten Generation noch nichts gehört hat, hat in der Praxis viel nachzuholen. Wir brauchen zukunftsfähige Designer, die die gesellschaftlichen Probleme als Herausforderung annehmen und Designlösungen entwickeln – für uns alle.
- Die beruflichen Weiterbildungsangebote sollten ausgebaut und gezielter gefördert werden.
Designer zu sein bedeutet, sehr neugierig zu sein. Wer Designer sein und bleiben möchte, muss ständig dazulernen und sich weiterbilden. Gerade für die „neuen“ Designfelder „Nachhaltiges Design“ und „Design für Alle“ braucht man fundiertes Wissen. Von Trägern von Weiterbildungsangeboten wünschen wir uns weitere und designspezifischere Angebote; von der öffentlichen Hand erhoffen wir uns, verständliche Informationen über noch mehr Förderprogramme.
- In den Studiengängen „Volks- und Betriebswirtschaftslehre“ sollte das Thema „Design als Innovations- und Wirtschaftsfaktor“ verankert werden.
Designer wissen es: Die Wertschätzung von Designleistungen in Unternehmen und bei öffentlichen Institutionen kann mehr als gering ausfallen. Sinkt in diesem Prozess das Niveau der Diskussion auf Stammtisch-Höhe, ist das Designergebnis weniger als suboptimal. Das Studium muss zukünftigen Managern und potenziellen Auftraggebern eine grundlegende Designkompetenz vermitteln. Kluge Köpfe wissen es, viele andere müssen es noch erkennen: Design gehört zum kleinen Unternehmens-1x1.
Die Allianz deutscher Designer hat dem Thema „Ausbildung“ ein ganze Ausgabe des Designmagazins „agd|viertel“ gewidmet. Das Heft „drei|viertel“ mit dem Titel „Bildung für Designer“ ist über die Geschäftsstelle der AGD zu beziehen: info(at)agd.de




