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Allianz deutscher Designer (AGD) e. V.

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Praxis für die Politik

Rita Pawelski MdB im Tagespraktikum bei Gisela Sonderhüsken AGD

Rita Pawelski
Gisela Sonderhüsken

"Ich arbeite gern in Unternehmen mit. Dadurch lerne ich den Alltag sowie die Probleme und Sorgen der Unternehmen und ihrer Beschäftigten kennen.", so Rita Pawelski, Bundestagsabgeordnete aus Hannover. "Die praktischen Erfahrungen helfen mir sehr bei meiner parlamentarischen Arbeit."

Das Konzept: Politiker verbringen einen Tag in einem Betrieb ihres Wahlkreises und gewinnen Einblick in die verschiedenen Branchen der Dienstleistungswirtschaft. Seit 2003 führt der BDWi (Bundesverband der Dienstleistungswirtschaft) die Aktion "Praxis für Politik" durch und konnte bis 2007 bereits 328 Praktikumsangebote an Abgeordnete des Deutschen Bundestages und des Europäischen Parlaments unterbreiten. (www.bdwi-online.de)

Rita Pawelski, Bundestagsabgeordnete aus Hannover, erlebte Ende Oktober einen "Designertag" bei AGD-Vorstandsmitglied Gisela Sonderhüsken. Für die Design-Gruppe hatte sich die Politikerin entschieden, weil die Designbranche ein wichtiger Bestandteil der Kultur- und Kreativwirtschaft sei. "Die Stärkung der Kultur- und  Kreativwirtschaft und ihrer Akteure liegt mir sehr am Herzen – in ihr schlummert ein gewaltiges wirtschaftliches Potenzial, das genutzt werden muss.

Rita Pawelski ist unter anderem aktiv im Ausschuss für Wirtschaft und Technologie und im Ausschuss für Kultur und Medien. Dort brachte sie gemeinsam mit anderen Abgeordneten verschiedener Fraktionen den Antrag ein, die Kulturwirtschaft als Motor für Wachstum und Beschäftigung zu stärken – der Antrag wurde von der Koalition einstimmig angenommen. http://www.bundestag.de/ausschuesse/a22/berichte/kulturwirtschaft/index.html. Und sie ist, wie sie selbst sagt, "eine der Mütter des Gedankens" der Branchenhearings mit der Kultur- und Kreativwirtschaft.

Pawelskis Reden zu diesem Thema:
http://www.rita-pawelski.de/bundestag_reden.php?todo=view&ID=17
http://www.rita-pawelski.de/bundestag_reden.php?todo=view&ID=16

Was erzählt man einer Politikerin, die sich bereits so gut in der Branche auskennt?
Gisela Sonderhüsken vermittelte ihrer "Praktikantin" anhand von Beispielen Einblicke in die Arbeitsweise eines kleinen Designbüros: Welche Prozesse gehören zur Entwicklung eines Erscheinungsbildes? Wie lange feilt man am Entwurf für ein Signet, bevor es präsentationsreif ist? Wie viel Zeit nimmt der nicht kreative Part in Anspruch, z.B. Akquisition, Verwaltung, Hard- und Software-Instandhaltung, Weiterbildung.

Am Mittag erweiterten Gunnar Becker AGD und sein Kollege Mark Czerwinski die Gesprächsrunde. Kollegen, die im Netzwerk mit Gisela Sonderhüsken zusammenarbeiten.

Natürlich nutzten die Designer auch die Gelegenheit, die AGD vorzustellen und wichtige berufswirtschaftliche Fragen anzusprechen. Gisela Sonderhüsken erläuterte die 15 Forderungen der AGD an die Politik für ein stabileres berufliches Umfeld und mehr Rechtssicherheit. Die Politikerin staunte, dass Designleistungen nicht automatisch dem Urheberrecht unterliegen und welche Probleme die daraus folgende steuerliche Einschätzung für unsere Branche mit sich bringt.
Für den Dialog mit der Politik empfiehlt Rita Pawelski den Designern, geschlossen aufzutreten – so wie es jetzt mit der Initiative Deutscher Designverbände IDD geschieht: Es verspricht mehr Erfolg, wenn alle hinter einem Thema stehen.

Dafür setzt sich Rita Pawelski weiterhin ein:
Vom Mittelstands-Entlastungsgesetz und von der Novellierung des Vergaberechts erwartet die Politikerin Bürokratieabbau und eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für kleine und mittlere Betriebe.
Eine große Chance, kleine Betriebe zu stärken, sieht sie in der Weiterbildung – die AGD ist dabei, ihr Spektrum in dieser Richtung noch zu erweitern.
Zum Thema KSK sagt sie: unbedingt erhalten und stärken. Rita Pawelski nimmt nicht allen Betrieben ab, nichts von der Verwerterabgabe gewusst zu haben. Der Vorteil der verstärkten Prüfungen ist: Die prozentuale Höhe der Beiträge ist bereits deutlich gesunken, die Last wird auf mehr Schultern verteilt.

Gisela Sonderhüsken gab der Politikerin die Bitte mit auf den Weg, sich für mehr Rechts- und Steuersicherheit sowie angemessene Vergütungen einzusetzen.

Fazit: Der Tag war für beide Seiten sehr informativ. Man sollte mehr mit den Abgeordneten seiner Region reden – Gisela Sonderhüsken will demnächst prüfen, ob auch die anderen Fraktionen Interesse an einem Tagespraktikum oder einem Treffen im Rahmen einer Regionalveranstaltung haben.

Gisela Sonderhüsken
/ cs